23
Dez
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Post für den Tiger

Beim letzten Heimspiel gab es ja diese unsägliche Werbeaktion von blau.de, die sich alle Mühe gab uns vom eigentlichen Spiel abzulenken. Auf diversen Blogs (die ich t.w. schon hier verlinkt hatte) und im St. Pauli-Forum wurde sich ausgiebig darüber ausgelassen, deswegen habe ich es mir hier gespart. Nun scheint diese Kritik aber nicht beim Verein an sich angekommen zu sein. Angeblich gab es nur 10 (!) E-Mails in denen sich über die LED-Wände beschwert wurde, so dass es auf der Seite des Übersteigers einen kleinen Quasi-Aufruf gab, sich per E-Mail zu beschweren. Dem bin ich (wie viele andere auch) gerne nachgekommen:

Betr.: Verschiebungen im Verhältnis Verein/Fans.

Hallo meine Lieben Freunde vom FC St. Pauli.

Zur Zeit gibt es in unserem Verein einige Entwicklungen, abseits der sportlichen, die mich ein wenig Bange machen.
Eins Vorab: Ich bin seit meiner Kindheit St. Pauli Sympathisant, habe seit fast 10 Jahren eine Dauerkarte, bin allerdings weder Mitglied im Verein oder in irgendeinem Fanclub. Im Prinzip also ein „ganz normaler“, langjähriger (Fussball-)Fan. Ich gehe ins Stadion um ein Fussballspiel zu gucken und habe mich damals, nach einer zweijährigen Übergangszeit mit Dauerkarten beider Hamburger Vereine, für den FC St. Pauli und gegen den HSV entschieden. Warum? Weil ich mich im Millerntor deutlich wohler gefühlt habe, als im Stadion des HSV. Und das nicht nur in Bezug auf die Mitfans, die neben mir in der Nordkurve standen, sondern auch in Bezug auf das gesamte Drumherum. Ich hatte immer das Gefühl, dass es bei St. Pauli ehrlicher, bodenständiger und Fussballfokussierter zuging. Daher konnte ich immer gut damit leben, dass mein Verein nicht in der Champions League spielt. Das Leben, Leiden und Lieben in allen Lagen war und ist mir deutlich wichtiger.
Wie Eingangs beschrieben gibt es aber leider im Moment ein paar Entwicklungen, die mir Magenschmerzen bereiten:
Durch den Aufstieg in die 1. Liga trifft man Menschen im Stadion, die bisher vielleicht noch kein St. Pauli Spiel gesehen haben, was ja Grundsätzlich sehr schön ist. Dass dort ein gewisses Kennenlernen notwendig ist liegt in der Natur der Sache. Einem Fremdeln untereinander entgegenzuarbeiten ist m.M.n. hauptsächlich Aufgabe der Fans untereinander.
Anders ist das bei Dingen, die vom Verein ausgehen. Hier werden zur Zeit ein paar wunderliche Signale gesendet.
Aktuell zu nennen sind hier z.B. das Interview mit Helmut Schulte, der es in der Mopo so darstellt, als fußten die Rufe gegen die Haupttribüne während des Spiels gegen Mainz nur auf Frust über die Niederlage, um gleichzeitig die Kritik an den Haupttribünenbesuchern alleinig den Ultras zuzuschreiben. Hierzu kann ich nur sagen, dass ich in der Nordkurve stehe, mit USP nicht wirklich viel anfangen kann und mich eine leere Haupttribüne trotzdem extrem nervt.
Ein weiteres Beispiel ist die Sponsoraktion von blau.de beim letzten Heimspiel. Wie ich Anfangs schrieb, gehe ich hauptsächlich ins Stadion, um ein Fussballspiel zu sehen. Ich gehe aber nicht ins Stadion, um mich permanent von irgendwelchen blinkenden LED-Wänden ablenken zu lassen auf denen blöde Grüße stehen. Vielleicht war es auf anderen Plätzen nicht so schlimm, aber von der Nordkurve aus war es unglaublich störend.
Diese Aktion ist letztendlich auch Anlass für meinen (offen) Brief (ich werde ihn auch auf meinem Blog „hanscustom.wordpress.com“ veröffentlichen). Im St.Pauli-Forum war zu lesen, der Verein hätte bisher nur 10 Beschwerde-E-Mails bekommen. Eine Aussage die mich zutiefst verwirrt hat. Schließlich war diese Aktion sowohl auf den von mir verfolgten Internetseiten, um mich herum im Stadion, sowie im Freundeskreis, durchweg ein Aufreger. Ich glaube auch nicht, dass ich in einer Oase der Nörgler lebe, deswegen kann ich diese Aussage bestenfalls mit verlorenem Kontakt zu den Fans, schlimmstenfalls als scheinheilig und durchtrieben bezeichnen. Wenn ich das Gefühl bekomme, die Verantwortlichen meines Vereines drehten die Fakten im Zweifel immer so, dass sie alles machen und anschließend begründen können, werde ich mich wohl nachhaltig nicht mehr wohl fühlen können bei meinem FC St. Pauli.

Eine schöne Weihnachtszeit wünscht:

HansCustom.

NACHTRAG: Grad war ich mit dem schreiben fertig, da flattert herein, dass die „Sozialromantiker Sankt Pauli“ einen Grundsätzlich sehr guten  Aufruf verfasst haben, den man wenn man möchte, hier unterschreiben kann.

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1 Response to “Post für den Tiger”


  1. 1 Thomas Rennert
    25. Dezember 2010 um 16:44

    Wann die Südtribüne, Nordkurve und Gegengerade wohl leer bleiben!?


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