22
Okt
09

Kein Zimmer für Sonneborn

Sonst guckt man ja Zimmer Frei Sonntags im Fernsehen. Wenn die Folge aber erst gar nicht und dann doch, aber erst um halb Eins am Dienstag Abend gesendet wird, dann bleibt einem nur, aufs Internet auszuweichen, was ich an dieser Stelle aber wärmstens empfehlen möchte. Und das nicht nur die ersten Minuten, bis die Folge zugegebenermaßen ein paar Längen hat, sondern in Gänze.

Diese Folge Zimmer Frei, die nicht ausgestrahlt werden sollte, weil der Gast Sonneborn „aus Sicht der Redaktion leider wenig zur Unterhaltung beizutragen wusste“ (Zitat wrd.de), ist in vielerlei Hinsicht sehenswert. Einerseits gibt es viele lustige Passagen (allerdings nur, wenn man Sonneborns Humor an sich lustig findet), andererseits tendiert man häufig in Richtung Fremdschämen. Nicht wie damals beim (mir sowieso unsympathischen) Cherno Jobatay, der das Studio verließ, weil er Probleme mit ABC-Pflastern hatte, sondern weil die Art von Martin Sonneborn die Moderatoren Wester- und Alsmann entlarvt. Häufig habe ich gedacht: „Mein Gott, Christine, Du gibst Dich doch sonst so locker. Spiel doch einmal das Spielchen mit, dann hast Du Ruhe“ – will sagen: Der Gast ist anarchisch, die Gastgeber merken, das sie es nicht mehr sind und mit ihrer Routine-Schiene nicht durchkommen. Hiermit schien vor allem Christine Westermann, schon im Vorfeld, ein Problem gehabt zu haben. Sonneborn sagt in einem Inteview mit RP-Online dazu:

Es gab eigentlich von Anfang an Spannungen. Frau Westermann trat vor der Sendung im Flur auf mich zu und sagte: „Herr Sonneborn, ich habe Angst vor Ihnen.“ Ich entgegnete: „Frau Westermann, das beruht auf Gegenseitigkeit.“

Und folgender Wortwechsel der auf die Anmerkung Sonneborns, Politiker würden nun mal schwitzen endet mit Applaus vom Publikum und einem vernichtendem Blick von Christine:

Westermann: „Aber sie sind doch als Martin Sonneborn hier. Oder als was sind sie hier“ – Sonneborn: „Das ist Richtig. So haben sie mich doch eingeladen. Aber wer sind sie, was machen sie hier“

Die Sendung ist also vor allem deswegen sehenswert, weil sie sehr tief hinter die Kulissen blicken lässt und man in Erinnerung gerufen bekommt, dass Fernsehen halt geplante Unterhaltung ist. Das ist wohl auch der eigentliche Grund, die Sendung nicht zu zeigen.

Hier der Link zur Sendung: –> *klick*

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1 Response to “Kein Zimmer für Sonneborn”



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